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bogevischs buero
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Quartier kleine Isar, Schatt-Areal

2025
2. Preis
Auslober: Schott AG

Mitarbeit: Regina Schwarz, Lea Schön, Johannes Prünte, Sarah Shah, Lina Sandjohann

Landschaftsarchitektur: bogevischs buero architektur&stadtplanung gmbh, Alina Tolle

Lebenswert an der kleinen Isar

Unser Entwurfsansatz basiert auf einer städtebaulichen Grundordnung aus drei Feldern, die räumlich so aufeinander reagieren, dass Freiräume unterschiedlicher Qualitäten definiert und schlüssige Wohngrundrisse ermöglicht werden. Durch die Ausbildung dreier Höfe, die sich jeweils zum Fluss und nach Süden orientieren, eröffnen sich geschützte, halböffentliche Wohnhöfe. Eine Verbindungsachse, die als Quartiersmitte und Verteiler fungiert, gewährleistet eine großzügige, öffentliche Durchwegung von der Straße im Süden zum Fluss und Radweg im Norden des Grundstücks. Als Reaktion auf den Verlauf der Christoph-Dorner-Straße eröffnet ein leichter Versatz im Südosten des Quartiers einen Platz als Auftakt und bildet ein stadträumliches Gegenüber zur Realschule auf der anderen Straßenseite. Durch die Anbindung dieser Erschließungsachse an die Loderstraße im Westen vernetzt sich das neue Quartier mit der Nachbarschaft und ermöglicht die Durchfahrt im Brandrettungsfall. Die Gebäude sind viergeschossig (hin zur benachbarten Wohnbebauung) bis sechsgeschossig (zur Straße und Schule).

Eine Realisierung ist in drei Bauabschnitten möglich.

 

 

Nutzungsmischung & Schnittstelle Erdgeschoss

Entlang der Straße und am Platz befinden sich im Erdgeschoss wohnungsergänzende gewerbliche Nutzungen und ein Café, welche zum gemeinsamen Aufenthalt einladen und einen Mehrwert für die Umgebung bieten. EG-Wohnungen zur Mitte sind im Hochparterre angeordnet. In der Quartiersmitte stehen den Bewohnern Gemeinschaftsräume – für Veranstaltungen, Co-Working, Mobilitätsangebote – zur Verfügung. In Unterscheidung zum geschützten Charakter innerhalb der Höfe (Rückzugsräume), entsteht in den öffentlichen Zwischenräumen Urbanität , atmosphärische Dichte und räumliche Identität.

 

 

Mobilität

Die Mobilitätsstationen im EG beinhalten Fahrradräume und Abstellmöglichkeiten für Lastenräder. Zwei Tiefgaragen (Bauabschnitte) werden nebenseitig erschlossen und bieten Platz für die erforderlichen Pkw-Stellplätze sowie Sharingangebote. Dadurch ersteht ein autofreies Quartier mir hoher Aufenthaltsqualität und Sicherheitsgefühl für Fußgänger und Radfahrer.

 

 

Zukunftsfähiges Wohnquartier 

Als Reaktion auf wechselnde Nutzer-/Wohnbedürfnisse und mit dem Ziel von sozialer Durchmischung bieten wir vielfältige Grundrissgestaltungen, für etwa Familien, alleinerziehende Personen, Singles aller Altersgruppen und Senioren,  in verschiedenen Typologien an.

Die Häuser A und D werden über kosten- und flächeneffiziente Laubengänge auf der jeweiligen Nordostseite der Riegel erschlossen, wodurch zweiseitige Belichtung und Querlüftung der Wohnungen und nachbarschaftlicher Kontakt sowie soziale Kontrolle ermöglicht werden. Eine modulare Veränderung der Grundrisse zugunsten von Flexibilität und möglicher Nachnutzung ist denkbar. Ein Solitär (Haus C) mit großzügigen Wohnungen mit Flussblick wird über den Laubengang angeschlossen.

Die Häuser E, F und G sind als Spännertypen organisiert. Die Wohnungen unterschiedlicher Größen sind durchgesteckt oder nach Süden orientiert. Haus B beinhaltet gestapelte Maisonetten, große Einheiten im EG+1.OG im Townhouse-Charakter (5 - 6 Zimmer), sowie kleinere Einheiten im 2.+3.OG mit Balkon (3 - 4 Zimmer).

Der Typologiemix wird komplett durch Clusterwohnungen, die private Rückzugsräume mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen kombinieren und sich als (Senioren-)WGs eignen.

Die Angaben zur Zimmerzahl im Grundriss beziehen sich auf förderfähige Wohnungsgrößen.

 

 

Ressourcenschonende Bbauweise & geringer Versiegelungsgrad

Die gewählten Gebäudestrukturen ermöglichen ressourcenschonende, effiziente und modulare Bauweisen, bei denen Holz- oder Holzbetonverbundbau sowie die recycelten Baumaterialien eingesetzt werden können, um wertvolle Rohstoffe zu schonen und den Energieaufwand sowie den CO2-Ausstoß, der mit der Produktion neuer Baumaterialien verbunden ist, zu reduzieren. Der klare, städtebauliche Entwurf erlaubt die Erstellung robuster, einfacher Häuser im Sinne eines nachhaltigen und zukunftsweisenden Konzepts.

Durch einen niedrigeren Versiegelungsgrad im Vergleich zu typischen städtischen Gebieten entsteht eine offene, grüne Struktur, die das Quartier zu einem besonders attraktiven Lebensraum am Fluss und in Innenstadtnähe macht.

 

 

Klimaangepasstes Stadtquartier

Das Quartier wird mit einem nachhaltigen Energiesystem ausgestattet. Photovoltaikanlagen auf den Dächern erzeugen Energie für Wärmepumpen, wobei überschüssige Solarenergie ins Quartier zurückgespeist wird. Diese CO2-arme Energieversorgung verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Dächer sind in Kombination mit PV-Modulen mindestens extensiv begrünt. Um den Effekt der Retentionsdächer auch zu nutzen, wird auf jedem Dach eine Fläche xfür Biodiversitätstrittsteine vorgesehen. Regenwasser wird von den Dächern abgeleitet, um eine ausreichende Bewässerung der Begrünung sicherzustellen, sowie das Quartier möglichst klimaangepasst und autark zu gestalten. Baumneupflanzungen sowie die offene Bebauung führen zu sommerlicher Verschattung und Kühlinseln in Verbindung mit der Durchlüftung durch die Ventilationsschneise „Kleine Isar“.

 

 

Blau-Grüne-Infrastruktur

Um mit den zunehmenden Starkregenereignissen durch den Klimawandel umzugehen, wird im Quartier ein umfangreiches Regenwassermanagement umgesetzt. Anfallendes Regenwasser und Starkregenereignisse werden auf den begrünten Retentionsdächern zurückgehalten und bei Bedarf in den Höfen in offenen Verdunstungs-/Versickerungsmulden bzw. in den Spielflächen temporär gesammelt, wodurch die Überlastung der Kanalisation vermieden wird. Zusätzliche Zisternen und Auffangbecken ermöglichen die Speicherung von Regenwasser, das für die Bewässerung der Grünflächen genutzt werden kann und so lokal dem Wasserkreislauf zur Verfügung steht. Die Verkehrsflächen (Feuerwehrfahrspur) werden in weiten Teilen mit versickerungsfähigen Belägen ausgeführt. 

 

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