Harthof München

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Die Wohnanlage für die städtische Wohnungsgesellschaft besteht aus zwei langen, kompakten Baukörpern und wird durch Loggienbereiche, welche teilweise regalartig mit Stahlbetonfertigteilen eingestellt sind, gegliedert. Die Erdgeschosszone der langen Baukörper wird zusätzlich durch Rücksprünge und Durchgänge strukturiert. Die eingefassten Freibereiche/ Gärten nehmen diese Gebäudestruktur auf. In Anlehnung an die Siedlung im Norden aus den 30er Jahren werden im B-Plan flach geneigte Satteldächer gefordert.

Das oberste Geschoss wird in Putzstruktur und Farbe abgesetzt, die Vorgartenzone bleibt frei von Einbauten und großen, privaten Flächen. Beides entspricht den Forderungen des städtebauliche Konzepts. Daneben unterstreicht die Akzentfarbe Orange Einschnitte und Fensteröffnungen. In den Treppenräumen findet die Farbe an den Deckenuntersichten eine Fortsetzung.

Die 97 geförderten Wohnungen sind auf sieben Häuser aufgeteilt, die als Drei- beziehungsweise Vier-Spänner konzipiert sind. Die Erschließung erfolgt über Eingänge in den Durchgängen oder über  hof- und straßenseitige Eingänge. In allen sieben Häusern findet sich eine Mischung verschiedener Wohnungstypen. Kleine Wohnungen für ein bis zwei Personen werden jeweils mit großen Wohnungen für drei bis vier Personen kombiniert. Rollstuhlgerechte Wohnungen sind im 46. Bauteil konzentriert angeordnet, alle weitere Wohneinheiten sind barrierefrei geplant.

Die Fassade mit bodentiefen Fenstern ermöglicht die Bauweise mit tragenden Außenwänden aus Porenbeton, welche keine zusätzliche Wärmedämmung erfordern. Industriell gefertigte Gitterroste werden für die Absturzsicherungen eingesetzt und liefern eine profilreiche Ansicht. Die Umwehrung der Treppenräume wird mit durchgehenden Stahlplatten raumbildend inszeniert. Das gesamte Untergeschoss besteht aus Stahlbeton mit einer Gründungsplatte, tragende Innenwände werden aus Kalksandsteinmauerwerk errichtet.

Das Energieniveau ist reduziert auf KFW 70 (EnEv 2013), die Energieversorgung erfolgt über das städtische Fernwärmenetz. In Abstimmung mit den Genehmigunsbehörden konnte in beiden natürlich belüfteten Garagen der Stellplatzschlüssel stark verringert werden.

Wohnungen im Erdgeschoss haben zusätzlich zum Freisitz der Loggien eine private Gartenfläche. Der alte Baumbestand konnte teilweise erhalten werden. An einem mäandernden Weg sind überdachte Fahrradabstellanlagen angeordnet, ähnlich der der benachbarten Wohnanlagen.

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