Wohnbebauung Finsterwalderstraße, Rosenheim

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Modellvorhaben der Oberbayerischen Baubehörde „IQ – Innerstädtische Wohnquartiere“ – Familienfreundliches Wohnen in der Stadt.

Die Herausforderung dieser Bauaufgabe lag zum einen in der baulichen Bewältigung der Lärmemissionen der stark befahrenen Äußeren Münchener Straße in Rosenheim, zum anderen im Entwurf einer identitätsstiftenden Wohnanlage – umgeben von einem sehr heterogenen Umfeld. Das Entwickeln flexiblen und kostengünstigen Wohnraums sowie gut besonnter, ruhiger und gemeinschaftlich nutzbarer Außenbereiche stand hier im Vordergrund. Besonders wertvoll erschien uns der dominante Baumbestand, den wir soweit wie möglich in die Planung integrierten.

Die Gebäudekörper stehen sich parallel gegenüber und spannen dazwischen einen Grünbereich mit Privatgärten, Gemeinschaftsflächen und Erschließungswegen auf. Der durchlaufende Gebäuderiegel auf der Nordseite schottet den Lärm von der Äußeren Münchener Straße wirkungsvoll ab – die beiden Baukörper an der Finsterwalderstraße führen durch einen leichten Versatz zueinander in den grünen Innenhof und vermitteln in ihrem Maßstab eine Höhe zu der bestehenden Wohnbebauung. Die Erschließung der Wohnbauten mit ihren durchgesteckten Treppenhäusern ermöglicht wahlweise den barrierefreien Zugang über den Innenhof oder direkt von der Straße aus.    

Um den Anforderungen des hohen Grundwasserspiegels, beziehungsweise des Hochwassers, als auch dem Baugrund in Bezug auf die Gründung gerecht zu werden, sind alle Erdgeschosswohnungen auf Hochparterre +1,40 m angehoben. Der Innenhof ist ebenfalls erhöht und über Rampen an allen Zugängen erreichbar. Neben dem Schutz vor Hochwasser bietet die auf das Hochparterre-Niveau gründerzeitlicher Bauten angehobene Erdgeschossebene einen guten Schutz vor Einblicken in die Wohnungsräume und privaten Freibereiche.

Das intensive Rot der Häuser, welches im Erdgeschoss durch durchgefärbte Betonfertigteile erreicht wurde, führt in Verbindung mit dem geretteten Baumbestand zu einer sehr erfrischenden Wirkung. Dank mehrerer bestehender Großbäume hat das Projekt quasi zum Bezug schon Wurzeln geschlagen und der Innenhof ist kurz nach Fertigstellung nicht nur Zentrum des Projektes, sondern eine Art neue sozialen Mitte des ganzen Quartiers. 

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