Bayerische Beamtenfachhochschule Herrsching

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Das Areal der heutigen Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Herrsching wird dominiert von der 1935 durch die Nationalsozialisten errichteten sogenannten Reichssteuerschule. 1939 wurde die Schule um einen monumentalen Turm sowie um die Kongresshalle mit ihrem mächtigen Portal und einer großen Freitreppe, dem heutigen Hauptzugang, erweitert. Die in ihrem bauzeitlichen Bestand gut erhaltene kasernenartige Anlage ist ein charakteristisches Beispiel für die Architektur im Nationalsozialismus. Um der wachsenden Anzahl von Studenten auch in Zukunft Unterkünfte anbieten zu können, wurde das in den 70er Jahren erbaute Unterkunftsgebäude im Süd-Westen um 120 Studentenzimmer erweitert. Ein Lehrsaalgebäude wurde aufgestockt und vergrößert.

Der Umbau des Lehrsaalgebäudes war eine besondere Herausforderung.. Der Dachstuhl des bestehenden Bauwerks wurde entfernt und der Trakt mit einer leichten Aufstockung aus Holz erweitert. Über die gesamte Grundfläche entstand damit ein 254 m² großer Veranstaltungsraum, der sich mit Falttrennwänden in drei gleich große Lehrsäle unterteilen lässt. Vor die Fassade im Norden wurde aus Stahlbeton ein neuer Erschließungsbereich mit Treppe und Aufzug gesetzt. Dieser verbindet Unter- und Erd- mit dem neuen Obergeschoss. Durch den Lift ist ein barrierefreier Zugang zu allen Lehrsälen möglich. Die neue Fassade besteht aus vorgefertigten Elementen, die abschließend eine Struktur mit vorvergrauten Holzlatten erhielten

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