Geförderte Wohnanlage Belgradstraße, München Schwabing

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Das Projekt der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung liegt entlang der stark befahrenen Belgradstraße mit einer uneinheitlichen Nachbarbebauung. Es entstanden 27 geförderte Wohneinheiten und ein Straßenreinigungs-Stützpunkt.

Der gewerbliche Gebäudeteil im Erdgeschoss beherbergt einen Straßenreinigungs-Stützpunkt für 50 Mitarbeiter mit über 30 Stellplätzen, die in zwei Schichten arbeiten. Das Erdgeschoss beinhaltet Büro, Pausenraum mit Teeküche und Sanitärräume. Durch die Rampe in die Untergeschosse bildet sich im Hof eine begehbare schräge Ebene ab, welche in die Freifläche integriert ist. Am Hochpunkt der Rampe ist der Gemeinschaftsraum angeordnet.

Alle Wohnungen liegen an einem erweiterten Laubengang, welcher von den Wohnungen abgerückt ist und dessen Öffnungen Blicke über die Geschosse erlauben. Der Laubengang wird durch eine luftdurchlässige Fassaden-Membran aus Stahlbeton zu einem geschützten Zwischenraum. Informell wird auf diese Weise das Miteinander des Wohnens und das Treffen gefördert. Diese große, geschossübergreifende Szenenwand trennt die private Erschließung vom öffentlichen Raum. Die Erschließung wird an dieser sehr prekären Lage in der Stadt – an einer Hauptzufahrt ins Münchner Stadtgebiet – zur großen Bühne und zwar in beide Richtungen. Die Bewohner bewegen sich für die Passanten quasi innerhalb eines Szenenbildes, während für die Bewohner selbst das Straßengeschehen – gefiltert durch die große steinerne Brille – inszeniert wird.

Durch ein gemischtes und barrierefreies Grundrissangebot können kleine Wohneinheiten zur Unterbringung von sehr großen Familien zusammengeschaltet werden. Für den optimalen Lärmschutz sind alle Individual- und Schlafräume an der straßenabgewandten Hausseite angeordnet. Auf dieser Seite wird die Fassade über ein durchgehendes Balkonband definiert.

Die unterschiedlichen Funktionen „Wohnen und Gewerbe“ erhalten vollständig getrennte Erschließungen.

Das Gebäude ist in Stahlbeton-Schottenbauweise erstellt. Die Laubengänge an der Ostseite sind aus Ortbeton und werden getrennter ISO-Körbe an die Geschossdecken angeschlossen. An der Westfassade wird ein durchgehendes Balkonband aus Stahlbetonfertigteilen mit Brüstungen aus Fertigteilen ausgeführt. Die Außenwände werden mit Mauerwerksscheiben aus Kalksandstein-Planblöcken ausgemauert.

Der Energiestandard KfW Effizienzhaus 70 (EnEv 2009) wird durch eine zentrale Pelletheizung und eine hochwertige, wärmebrückenreduzierte Gebäudedämmung realisiert.

 
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