Entsorgungspark Freimann Betriebs- und Waagengebäude

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Für den Abfallwirtschaftsbetrieb München AWM wurde am Standort Entsorgungspark München-Freimann ein Betriebs- und ein Waagengebäude neu errichtet.

Das bestehende, den technischen Anforderungen nicht mehr gerecht werdende Waagengebäude wurde an gleicher Stelle ersetzt. Der ursprünglich temporär in einem Containergebäude untergebrachte Verwaltungstrakt sowie der Umkleide- und Aufenthaltsbereich der Mitarbeiter wurden in einem neuen Betriebsgebäude zusammengefasst. Beide Bauten korrespondieren durch eine einheitliche architektonische Gestaltung miteinander.

Der Boden einer Deponie ist ‚belastet’. Die Hauptnutzflächen des neuen Betriebsgebäudes befinden sich daher ausschließlich im ersten Obergeschoss, das sich aus diesem hostilen Grund einem Pilz gleich herausschiebt. Die neuen Büros schweben sozusagen über dem wunderschönen grünen, aber schwer belasteten Baugrund.

Im Erdgeschoss des Betriebsgebäudes dient das zweigeschossige Foyer als Treff- und Orientierungspunkt. Im nördlichen Gebäudeteil sind der Schwarz-Weiß-Bereich mit Umkleiden und Duschen, Neben- und Technikräume untergebracht.

Vom Foyer aus gelangt man über eine, der Gebäudeform folgenden Treppe ins 1. Obergeschosss. Hier steht die Galerie des Verwaltungstraktes in räumlicher Verbindung zum Foyer. Während die Büroräume an der Nord- und Südfassade durch raumbreite Festverglasungen mit ausreichend Tageslicht versorgt werden, befinden sich Räume mit Nebenfunktionen in einem zentralen Kern.

Die schräg gestellten Fassaden im EG verleihen dem Betriebsgebäude eine am Standort ohnehin durch den Verkehr existierende Dynamik und Leichtigkeit. Die großflächige Südverglasung des Personalaufenthaltsraumes wird baulich eingerückt und somit baulich verschattet.

Das Betriebsgebäude wurde als monolithischer Baukörper aus Stahlbeton realisiert. Die Fassaden aus eingefärbtem Stahlbetonfertigteilen mit integrierter Wärmedämmung wurden raumseitig miteinander vergossen. Die Außenseiten sind glatt geschalt und hydrophobiert.

Das Waagengebäude dient in erster Linie der Abfertigung der auf die Deponie ein- und von ihr ausfahrenden Fahrzeuge. Die Abfertigungsschalter sind in einer um 1,20 m erhöhten Kanzel untergebracht. Diese ist rundum verglast und erhält auf der Ausfahrtseite einen Gebäuderücksprung. Eine optimale Einsehbarkeit der Waagenzufahrten für beide Richtungen ist somit gewährleistet. Die großflächige Verglasung der Kanzel wird durch das auskragende Dach, insbesondere im Süden, natürlich verschattet. 

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