Geförderter Wohnungsbau Aschenbrenner Straße, München

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Seit mehreren Jahren wird die Siedlung „Am Hasenbergl“ aus den 1950er bis 1970er Jahren im Münchner Norden durch bauliche und soziale Maßnahmen aufgewertet.

„Brancusi statt Banane“ war der Arbeitstitel des öffentlich geförderten  Wohnungsbauprojektes. Ein Grundstück an der Aschenbrennerstraße, die in diesem Bereich eine langgezogene, enger werdende Kurve beschreibt, sollte beplant werden. Um sich der Maßstäblichkeit der Nachbarschaft anzupassen, wird die im Bebauungsplan vorgegebene Großform in fünf aneinandergereihte Häuser geteilt, die sich durch ihre Geometrie voneinander abgrenzen, gleichzeitig aber durch Balkonbänder zusammengefasst werden.

Die Grundrisse der Häuser und die des  Balkonbandes oszillieren im Gegentakt und spannen konische Balkonbereiche auf. Deren Unterseiten in orange verdeutlichen die Tiefenentwicklung der Fassade und verleihen dem Gebäude eine freundliche Erscheinung, insbesondere aus der Fußgängerebene. Das Stahlgeländer ist mit einem leicht gekippten Behang aus Lochblech verkleidet. Im Geländer ist die Unterbringung von Pflanzschalen vorgerüstet. Es entsteht eine eigenständige Fassade, die sich selbstverständlich in die Umgebung einfügt und ein attraktives und selbstbewusstes Gegenüber zur markanten Kirche bildet.

Fünf innen liegende, durch Oberlichter mit Tageslicht versorgte Treppenhäuser mit Aufzügen erschließen vier Wohnungen je Geschoss. Die kleinen Wohnungen mit einem Zimmer zuzüglich Schlafnische sind nach Südosten orientiert – hier sind die Balkonbänder durch Loggien erweitert. Die größeren Wohnungen mit drei bis vier Zimmern haben durchgesteckte Wohn-Ess-Kochräume, die auf beiden Seiten, nach Südosten wie nach Westen, Balkone erhalten. 

Das Gebäude wurde mit einer massiven, tragenden Außenwand aus Beton-Sandwichelementen erstellt. Deren Oberfläche ist sandgestrahlt, dadurch leicht strukturiert und mit weißem Pigment aufgehellt. Kunststofffenster mit dunklen Rahmen kontrastieren zur Außenwand. Darüber hinaus sind alle Wände nichttragend erstellt. Dadurch ist langfristig eine maximale Flexibilität gegeben. Die Balkone sind Stahlbetonfertigteile, die in Teilflächen mit einem barrierefreien Belag ausgerüstet werden. 

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