e% – energieeffiziente Wohnanlage Hollerstauden, Ingolstadt

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Das Projekt am westlichen Stadtrand Ingolstadts ist eines der zehn Pilotprojekte „e%-energieeffizienter Wohnungsbau“. Hier werden Möglichkeiten eines sparsamen und effizienten Umgangs mit Energie im geförderten Wohnungsbau erprobt und ausgewertet. Dabei sollen die Anforderungen der EnEV um 40-60% unterschritten werden, wobei die entwickelten Energiekonzepte jeweils die örtlich energetisch wirksamste und gleichzeitig eine ökonomisch vertretbare Lösung darstellen sollen.

2008 wurde für das Baufeld ein Plangutachten durchgeführt, mit dem Ziel, die bestehende Senioren-Wohnanlage im Zentrum durch familiengerechten Wohnungsbau zu ergänzen. bogevischs buero wurde als Sieger des Gutachtens mit der Erstellung eines städtebaulichen Masterplanes und mit der Planung für das östliche Baufeld mit 81 Wohneinheiten beauftragt.

Maßgebend für die städtebauliche Konzeption ist die V-förmige Fuge. Durch ein vielfältiges Wege- und Platzsystem, differenzierte Grünräume und eine Art künstlicher Topographie entstanden maßstäblich angemessene öffentliche Freibereiche, unterstützt durch das  Angebot von gemeinschaftlichen Nutzräumen innerhalb des Quartiers. Durch die kompakten Strukturen wurde eine energetisch günstige und flächensparende, verdichtete Siedlungsform geschaffen.

Die Laubengänge zur Erschließung der Wohnungen bestehen aus Stahlbeton (F90) und sind thermisch von den Häusern getrennt. Die Wände und Decken der zwei- bis dreigeschossigen Wohnbauten bestehen aus tragenden Brettsperrholzelementen. Die Decken kragen als Balkone nach außen aus und erhielten eine Gefälledämmung auf der Oberseite. Die klare Unterscheidung der Bauweise für beheizte Volumen in Holz und für die nicht beheizten in ungedämmtem Beton hat sich als günstige Konstruktion erwiesen.

Die Längsfassade der Häuser ist bestimmt durch die rhythmische Fassadengliederung der vertikalen Holzlatten mit fein differenzierten Abständen. Die Holzlatten sind die Verkleidung der hinterlüfteten Fassade, sind Balkonbrüstung beziehungsweise Absturzsicherung im Bereich der raumhohen Fenster oder Sichtschutz vor den französischen Fenstern.

Längs über die Häuser gespannten „Energiebügel“ tragen die Solarthermie-Anlagen, wie auch die technischen Anlagen für die zentrale Wohnungs-Lüftungsanlage. Sie binden die technischen Anlagen auf dem Dach in die Architektur ein und erscheinen als markantes „Superzeichen“ für die Gewinnung von Energie. Herzstück der Anlage sind zwei integrierte, haushohe Schichtspeicher mit 270 m³ Volumen. In der Summe werden so etwa 60% der Energie für Warmwasser und Heizung aus Sonnenenergie gewonnen. Der Restenergiebedarf wird über Fernwärme gedeckt.

Eine zentrale, kontrollierte Wohnraumlüftung mit hocheffizienten Wärmetauschern sorgt für gutes Raumklima. Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral über Stationen in den einzelnen Wohnungen.

 
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