Studentenwohnanlage am Felsennelkenanger, München

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Die Felsennnelke ist eine Pflanze, die schon im Mittelalter zur Pigmentbildung von intensiven Rottönen verwendet wurde. Hier werden, in sieben unterschiedlichen Graden, rot pulverbeschichtete Aluminiumtafeln als Sonnenschutz eingesetzt – eine Fassadenverzierung oder auch eine Art zeitgenössisches Ornament. Die feinen Farbabstufungen und die individuelle Beweglichkeit der Elemente erzeugen eine leicht vibrierende Fassade und nehmen ihr – auch bei 250 Metern Länge ­– jede Anmutung von Monumentalität.  

In der Studentenwohnanlage mit 545 Wohnplätzen finden sich individuelle wie auch gemeinschaftsorientierte Wohnformen, Wohnungen für Rollstuhlfahrer und Gemeinschaftsräume. Garagen für Fahrräder und PKWs, ein Kindergarten – mit Bobbycar-Garage – und sehr beliebte Dachterrassen gehören zur Ausstattung des Projektes.

Die 18 Meter Grundstückstiefe werden voll ausgenutzt: die Zimmer auf der Ost- und Westseite sind jeweils ganz auf die Baugrenze geschoben. Daraus ergibt sich im Inneren des Sockelgebäudes eine über drei Geschosse offene Halle. Diese erschließt die Zimmer mit eigenen Badzellen und dient als sozialer Pufferraum: Sie fördert die Kommunikation, auch über die Geschosse hinweg. Die Hallen sind aber auch thermische Puffer, sie werden nicht auf die normale Zimmertemperatur geheizt, sondern haben minimal circa 16 Grad: die Zufuhr von Wärmeenergie erfolgt über Luft, die über einen hundert Meter langen, parallel zur der Tiefgarage verlaufenden Erdkanal vorgewärmt oder vorgekühlt wird. Zusammen mit der Brauchwassererwärmung über Solarkollektoren ergibt sich ein ökonomisch sinnvolles Energiekonzept. Die Zimmer werden über lokale Fernwärme beheizt, die über 70% mittels Kraft-Wärmekopplung gewonnen wird.

 
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