Bayerische Beamtenfachhochschule Herrsching

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Das Areal der heutigen Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Herrsching wird dominiert von der 1935 durch die Nationalsozialisten errichteten Reichssteuerschule.

Um der wachsenden Anzahl von Studenten auch in Zukunft auf dem Gelände der Fachhochschule Unterkünfte anbieten zu können, wurde vom Freistaat Bayern beschlossen, das in den 70er Jahren erbaute Unterkunftsgebäude im Süd-Westen um 120 Studentenzimmer zu erweitern. Zudem sollte im Rahmen der Maßnahme ein Lehrsaalgebäude aufgestockt und erweitert werden.

Der Neubau ergänzt den Erweiterungsbau aus den 70er Jahren zu einem in sich abgeschlossenen Ensemble als eigenständigen Teil der Fachhochschule.

Als Reaktion auf die leichte Hanglage sowie den Nutzungskonflikt zwischen Parken und Wohnen erhält das Gebäude ein Sockelgeschoss. Auf dieses Weise wird die Wohnnutzung über die Parkplatzebene angehoben und den Bewohnern die nötige Privatheit geboten. Der Hauptzugang des Gebäudes liegt auf der Nordseite und ist über den Innenhof zugänglich. Vom Parkplatz an der Südseite aus führt ein zweiter Eingang über das Sockelgeschoss in das Gebäude.

Das Gebäude ist als Massivbau mit Flachdecken und tragenden Innenwänden aus Stahlbeton geplant. Die Außenwände sind aus Leichtbauweise, bestehend aus vorgefertigten, hoch gedämmten Fassadenelementen, bekleidet mit hinterlüfteten Weisstannelamellen. Die thermische Hülle schließt die gesamte Gebäudekubatur mit ein und erfüllt die Anforderungen an ein Passivhaus.

Die Aufstockung des Lehrsaalgebäudes wurde in Holzleichtbau vorgenommen. Der Bestand und das neue Saalgeschoss wurden mit vorgefertigten Holzrahmenelementen verkleidet, so dass die Erweiterungsmaßnahmen nur sehr geringe Schließzeiten des Lehrgebäudes erforderten.

 
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